Inhaltsstoffe in Kosmetik: Was ist bedenklich?

Welche Inhaltsstoffe in Kosmetik sind bedenklich? // Foto: imagehub88 / iStock

Welche Inhaltsstoffe in Kosmetik sind bedenklich? // Foto: imagehub88 / iStock

Immer wieder hört man von bedenklichen Inhaltsstoffen in Kosmetik. Reine Panikmache oder ist da wirklich was dran? Wir haben uns die umstrittenen Inhaltsstoffe mal ein wenig genauer angeschaut und erklären dir, was du wissen solltest.

Parabene

Parabene sind Konservierungsstoffe, die Verpackungen vor Bakterien und Pilzen schützen und so länger haltbar machen. Wer entnimmt die Creme schon mit dem Spatel aus dem Tiegel? Parabene kommen auch in Zahnpasta, Deos oder Shampoos vor.

Vorwurf: Parabene können im Körper ähnlich wie Hormone wirken und das Entstehen und Wachsen von Brusttumoren begünstigen. Zudem sollen Parabene Allergien auslösen können.

Alternative: Bei den Inhaltsstoffen, der sogenannten INCI-Liste, sind Parabene unter folgenden Bezeichnungen zu finden: Methylparaben, Ethylparaben, Butylparaben, Propylparaben, Isopropylparaben, Isobutylparaben, Pentylparaben, Benzylparaben, Phenylparaben, Metagin, Propagin, Oxybenzoesäure/Oxybezoat, Hydroxybezoesäure/Hydroxybenzoat, PHB oder Parahydroxybenzoat. Zertifizierte Naturkosmetik darf grundsätzlich keine Parabene enthalten.

Fazit: Bislang ist nicht bewiesen, dass Parabene die Hautbarriere durchdringen und im Körper hormonell wirken können. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt zu folgender Einschätzung: „Einen generellen Ersatz von Parabenen befürwortet das BfR nicht, weil diese Stoffe gut hautverträglich sind und im Gegensatz zu anderen Konservierungsmitteln ein geringes Allergierisiko bergen.“

Sulfate

Sulfate sind Salze, die aus Schwefelsäure gewonnen werden. Sie werden eingesetzt, um Produkte wie Shampoos oder Badezusätze schäumen zu lassen.

Vorwurf: Salze wirken stark austrocknend und sollen in der Lage sein, die Schutzschicht der Haut zu schwächen. Irritationen und Rötungen können die Folge sein. Auch Haare und Kopfhaut sollen unter der austrocknenden Wirkung leiden – besonders in Kombination mit Hitzestyling und Colorationen oder Färbungen.

Alternative: Produkte, die Kokos- oder Zuckertenside enthalten, schäumen zwar weniger, sind aber sanfter zur haut. Auch in Baby- und Naturkosmetik stecken für gewöhnlich keine Salze.

Fazit: Sodium Lauryl Sulfat wirkt besonders austrocknend. Wer ohnehin mit trockener Haut und Haaren zu kämpfen hat, sollte besser Abstand nehmen. Sodium Laureth Sulfat oder Sodium Pareth Sulfat sind etwas milder und eignen sich zur Pflege normaler bis fettiger Haut.

Silikone

Silikone sind synthetische Polymere, die keine pflegenden Eigenschaften haben. Sie sorgen aber dafür, dass eine Creme sich gut verteilen lässt, die Haut sich schön weich anfühlt, kleine Fältchen aufgefüllt werden und Haare kämmbar werden und schön glänzen.

Vorwurf: Silikone legen sich wie ein Schleier auf die haut und sollen so zu Pickeln führen können. Da die Haut quasi abgedichtet ist, kann sie zudem austrocknen, da keine Feuchtigkeit eindringen kann. Silikone sollen bei längerer Anwendung auch dazu führen, dass Haare beschwert werden. Und auch für die Umwelt sind die ein Problem, da sie nur schwer abbaubar sind und mit großem Aufwand aus dem Wasser herausgefiltert werden müssen.

Alternative: Neopentyl-Glycol-Diheptanoat fühlt sich auf der Haut ähnlich wie Silikon an, ohne sie abzudichten. Auch Maisstärke kommt in Naturkosmetikprodukten statt Silikon zum Einsatz. Hyaluronsäure kann kleine Fältchen aufpolstern. Wer keine Silikone an haut und Haar lassen möchte, sollte bei der INCI-Liste auf Inhaltsstoffe mit den Endungen –cone und –xane achten.

Fazit: Silikone führen dem Körper keinen Schaden zu, können aber zu Irritationen führen. Der Umwelt zuliebe sollte man über einen Verzicht oder aber eine Einschränkung von Produkten mit Silikonen nachdenken.

Parafffine/ Mineralöle

Paraffine werden aus Mineralöl gewonnen. Sie werden in Körperölen, Cremes, Babypflege, Lippenstiften, Haarstylingprodukten, Melkfetten und Vaselinen eingesetzt und sorgen für Glanz und Geschmeidigkeit.

Vorwurf: Paraffin fühlt sich zwar schön auf der Haut an, ist aber zum Teil luftundurchlässig. Das kann dazu führen, dass die Haut austrocknet, da keine Feuchtigkeit mehr zugeführt werden kann. Zudem fand die Stiftung Warentest bei einer Stichprobe sogenannte aromatische Kohlenwasserstoffe (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons). Diese MOAHs gelten als potentiell krebserregend.

Alternative: Statt Paraffinum Liquidum pflegen auch Pflanzenfette wie Kokosöl und Bienenwachs die Haut schön geschmeidig und schenken Glanz.

Fazit: Bei empfindlicher Haut sollten Paraffine besser vermieden werden. Gerade bei Lippenstiften und Lippenpflegeprodukten, die von den Schleimhäuten aufgenommen werden können, empfehlen sich Alternativen, so lange nicht eindeutig geklärt ist, was MOAHs im Körper bewirken.

Inhaltsstoffe in Kosmetik: Diese 2 Apps helfen durch den Dschungel!

Manch eine Verpackung liest sich wie ein Buch mit ägyptischen Hyroglyphen! Die beiden Apps Toxfox und Codecheck sind gute Helfer beim Beauty-Einkauf. Du brauchst nur den Strichcode des Produkts mit deinem Smartphone zu scannen und schon wird dir gezeigt, ob und was für bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten sind. Praktisch!