Loslassen in „Sex and the City“-Manier

„Er steht einfach nicht auf dich.“ Für Miranda aus „Sex and the City“ bedeuten diese Worte einen Befreiungsschlag: Endlich foltert sie sich nicht mehr damit, tagelang auf den Anruf eines Typens zu warten und sich im Anschluss wochenlang fertig zu machen, wieso ihr Telefon nie klingelt. Dank dieses Satzes lernte sie loszulassen. Aber ist es wirklich so einfach?

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Das Problem ist doch, wenn man ehrlich zu sich ist, weiß man genau, DASS man eine Sache emotional ad acta legen sollte, aber WIE man das tut, sagt einem keiner – und diese Antwort blieb uns leider auch die gute Miranda schuldig.

Loslassen = Gut sein lassen

Vielleicht hilft es, wenn man sich bewusst macht, was loslassen eigentlich bedeutet: Das Wort Loslassen impliziert eine Handlung, als könnten oder müssten wir aktiv etwas tun, um uns von eine Sache oder Situation zu verabschieden. Aber so ist es nicht. Loslassen ist zwar aus mentaler Sicht aktiv, eigentlich geht es aber darum, die bestehende Situation zu akzeptieren, die Dinge einfach gut sein zu lassen.

Natürlich bedeutet das nicht, dass das mentale Loslassen kein Kraftakt wäre: Genau das ist schließlich die Kunst – wir würden so gerne etwas ändern, aber loslassen bedeutet genau das nicht zu tun. „Mir gefällt diese Sache nicht, aber ich kann sie nicht ändern und deswegen akzeptiere ich sie.“ Das ist Loslassen.

Einigen hilft es, wirklich etwas zu tun – aktiv zu werden, um das Gefühl zu haben, sich nicht in eine passive Opferrolle zu begeben: Wenn dich dein Partner verlassen hast, könntest du ihm beispielsweise einen Abschiedsbrief schreiben, in dem du deine Gefühle darlegst und ihm alles Gute wünschst. Dann faltest du daraus ein Papierschiffchen, das du irgendwo zu Wasser lässt oder vielleicht einfach verbrennst. So ein Akt des Abschieds kann helfen.

Loslassen heißt nicht aufgeben

Wichtig ist, sich bewusst zu machen, dass Loslassen nichts mit Resignation zu tun hat. Wer loslässt, weiß, dass eine Sache nicht zu ändern ist. Es gibt Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben, so sehr wir uns das wünschten: Wenn uns der Partner verlässt, ist das seine Entscheidung, wir können ihn nicht zwingen, bei uns zu bleiben. Deswegen macht uns das Loslassen nicht zu einem Verlierer, sondern zu einem Gewinner: Wir machen das Beste aus der Situation, um nach vorne zu blicken und unser Leben weiterleben zu können. Denn egal, wie schön die gemeinsame Zeit auch gewesen sein mag: Sie ist vorbei und jetzt müssen wir alles dafür tun, damit wir mit der neuen Situation glücklich werden. Das geht aber nicht, wenn wir an Vergangenem festhalten. „Ich liebe dich, aber mich liebe ich mehr.“ Diese Weisheit, die perfekt verdeutlicht, warum es so wichtig ist, dass wir lernen loszulassen, stammt übrigens von Samantha aus „Sex and the City“.