Verhüten ohne Hormone: Diese Möglichkeiten gibt’s

Viele Frauen kommen irgendwann an den Punkt, an dem sie nicht mehr mit der Pille verhüten möchten. // Foto: Dimitri Otis / Getty Images

Viele Frauen kommen irgendwann an den Punkt, an dem sie nicht mehr mit der Pille verhüten möchten. // Foto: Dimitri Otis / Getty Images

Viele nehmen die Pille, verlassen sich auf den Nuvaring oder eine andere hormonelle Verhütungsmethode, aber bei vielen kommt irgendwann die Frage auf: Verhüten ohne Hormone – wäre das für mich eine Option? Die Gründe sind vielfältig: Die einen vertragen die Pille nicht mehr, die anderen wollen sich einfach nicht mehr jeden Tag mit Hormonen belasten, wieder andere wollen ihrem Körper die Chance geben, die Hormone loszuwerden, um irgendwann leichter schwanger zu werden.

Egal, was der Grund für die Entscheidung ist, die Möglichkeiten, künftig hormonfrei zu verhüten, sind zahlreich. Ob dies und wenn ja mit welcher Methode für dich geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Verhüten ohne Hormone: Diese Fragen musst du dir stellen

  • Lebst du in einer festen Partnerschaft oder hast du wechselnde Sexpartner?
  • Möchtest du eine Verhütungsmethode, die du nur nach Bedarf anwendest oder möchtest du permanent geschützt sein?
  • Bist du diszipliniert genug, um auch im Moment der Leidenschaft an die Verhütung zu denken und sie korrekt anzugehen?

Wenn du Single bist und gelegentlich Sex hast, solltest du ohne Wenn und Aber immer ein Kondom verwenden. Das ist die einzige Verhütungsmethode, die dich – richtig angewandt – nicht nur vor einer ungeplanten Schwangerschaft, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten schützt.

Wenn du in einer Beziehung bist, ihr beide gesund und euch treu seid, geht es weniger um den Schutz vor Krankheiten als darum, eine Schwangerschaft zu verhindern. Du solltest dir dann erstmal überlegen, ob du dauerhaft geschützt sein willst – das ginge zum Beispiel mit einer Spirale oder der Temperaturmethode – oder du bei dem jeweiligen Geschlechtsverkehr verhüten willst – beispielsweise mit Kondom oder Diaphragma. Es gibt auch Salben oder Zäpfchen, die etwa 15 Minuten vor dem Sex in die Scheide eingeführt werden und Spermizide enthalten, die je nach Wirkstoff die Spermien abtöten oder den Muttermund abdichten, so dass keine Spermien in die Gebärmutter eindringen können.

Spirale vs. Temperaturmethode

Wenn man Methoden, mit denen man ohne Hormone verhüten kann, auf einer Skala aufzeichnet, steht die Spirale am einen Ende und die Temperaturmethode am anderen.

Die Kupferspirale wird auch bei jüngeren Frauen, die ohne Hormone verhüten wollen, immer beliebter. // Foto: Peter Ardito / Getty Images

Die Kupferspirale wird auch bei jüngeren Frauen, die ohne Hormone verhüten wollen, immer beliebter. // Foto: Peter Ardito / Getty Images

Eine Spirale muss vom Arzt eingesetzt werden, sie wird vorher größenmäßig auf deinen Körper angepasst und regelmäßige Kontrolltermine alle sechs Monate sind nötig. Bei denen wird überprüft, dass die Spirale noch an Ort und Stelle sitzt, damit sie optimal vor einer Schwangerschaft schützt. Es gibt verschiedene Typen von Spiralen, am beliebtesten ist mittlerweile die Kupferspirale, die eben kleinste Mengen an Kupfer abgibt. Diese stören zum einen die Beweglichkeit von Spermien und verändern zum anderen das Milieu in der Gebärmutter so, dass sich kein Ei einnisten kann.

Die Temperaturmethode ist eine der natürlichsten Verhütungsmethoden und unter Umständen auch sehr verlässlich. Was bedeutet in diesem Fall unter Umständen? Diese Methode setzt einen regelmäßigen Zyklus voraus und du musst eine gewisse Menge an Selbstdisziplin mitbringen. Bei der Temperaturmethode bestimmst du deine fruchtbaren Tage, indem du jeden Morgen um dieselbe Uhrzeit deine Temperatur misst. Das musst du über einen Zeitraum mehrerer Monate tun, um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, wann dein Eisprung stattfindet und wann also deine fruchtbaren Tage sind (nämlich einige Tage vor dem Eisprung). Weitere Herausforderung: Deine Körpertemperatur kann natürlich auch mal aus Gründen schwanken, die nichts mit deinen Hormonen zu tun haben, bei beispielsweise einer Erkältung. Solltest du dir im Einzelfall nicht ganz sicher sein, setzt du also lieber noch zusätzlich auf ein Kondom.

„Schatz, ich pass auf“ zählt nicht

Die Methode des Coitus interruptus, also das Rausziehen kurz vorm dem Samenerguss, ist nichts, was den Namen Verhütungsmethode verdienen würde. Zum einen kann es jedem Mann im Eifer des Gefechts passieren, dass er sein wertes Stück nicht rechtzeitig rauszieht, zum anderen können schon vor dem eigentlichen Samenerguss Spermien abgesondert werden. Coitus interruptus kommt also nur in Frage, wenn eine Schwangerschaft eigentlich kein Problem wäre.